

Dr. Michael Wittig erhält von Dr. Jonas Leineweber die Urkunde zur Ernennung als Ehrenvorsitzender
Der Verein für Geschichte an der Universität Paderborn richtet sich inhaltlich und strukturell neu aus. Nach intensiven Beratungen in den vergangenen Monaten hat der neue Vorstand nun ein Konzept zur strategischen Weiterentwicklung erarbeitet, das den Verein künftig noch stärker als Plattform für Austausch, Vernetzung und gesellschaftliche Teilhabe im Bereich Geschichte und Kultur der Stadt und Region positionieren soll.
Ausgangspunkt dieser Neuausrichtung war die Mitgliederversammlung am 5. Dezember 2025, auf der ein neuer Vorstand gewählt und ein Generationswechsel vollzogen wurde. Zum neuen Vorsitzenden wurde einstimmig Jonas Leineweber gewählt. Ihm zur Seite stehen Prof. Dr. Johannes Süßmann als stellvertretender Vorsitzender, Lukas Exner als Schriftführer sowie Christina Bröker als Kassenwartin. Weiterhin wurden Prof. Dr. Olaf Hartung und Dr. Martin Schmitt als Beisitzer benannt. Die neuen Vorstandsmitglieder sind am Historischen Institut der Universität Paderborn tätig und spiegeln die Bandbreite der Arbeitsbereiche von der Antike über das Mittelalter und die Frühe Neuzeit bis hin zur Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik wider.
Ein besonderer Moment der Versammlung war die Ernennung von Dr. Michael Wittig zum Ehrenvorsitzenden. Herr Wittig hatte den Verein seit 2008 geführt und über viele Jahre hinweg maßgeblich geprägt. Mit der Übergabe der Ehrenurkunde verband der neue Vorsitzende einen ausdrücklichen Dank für die verlässliche, kontinuierliche und engagierte Arbeit des bisherigen Vorstands, dem neben Wittig auch Prof. Dr. Eva-Maria Seng, Wolfgang Tietz, Odilo Gudorf sowie als Beisitzer Dr. Marco Silvestri angehörten.
Ein zentraler Baustein der nun angestoßenen Neuausrichtung ist die Einführung eines neuen Netzwerk- und Austauschformates, das – angelehnt an das Symboltier des Erzbistums – unter dem Titel „PFAU – Paderborner Forum für Austausch an der Universität“ steht und erstmals am 11. November 2026 mit dem Leitgedanken „Geschichte gemeinsam in Stadt und Region“ stattfinden soll. An diesem Tag sollen Studierende, geschichtsinteressierte Bürgerinnen und Bürger, Mitglieder des Vereins sowie Vertreterinnen und Vertreter des Historischen Instituts mit regionalen Gedächtnis- und Kultureinrichtungen zusammengebracht werden. Neben dem Historischen Institut stellen sich Museen, Archive, Bibliotheken, Schulen und Verbände aus den umliegenden Kreisen Paderborn vor, präsentieren aktuelle Projekte und eröffnen Einblicke in verschiedene Berufsfelder. Gleichzeitig sollen Möglichkeiten der Kooperation ausgelotet und Perspektiven für eine stärkere regionale Vernetzung entwickelt werden. Der Tag ist als zentrale Plattform gedacht, die einen gebündelten Überblick über aktuelle Entwicklungen im Bereich Geschichte und Kultur in der Region bietet und zur aktiven Mitwirkung einlädt.
Darüber hinaus soll der Verein künftig stärker den Charakter eines Alumni-Netzwerks entwickeln. Ziel ist es, mit Absolventinnen und Absolventen des Historischen Instituts auch nach ihrem Studium im Austausch zu bleiben und die Verbindung mit der Universität und der Stadt aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig sollen Kontakte und Netzwerke zu kulturellen Institutionen, zur Verwaltung sowie zu Schulen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung gestärkt werden. Auf diese Weise möchte der Verein nicht nur den Austausch fördern, sondern auch berufliche Perspektiven sichtbar machen und neue Formen der Zusammenarbeit ermöglichen.
Weiterhin soll die Jahrestagung des Historischen Instituts „Fragen der Geschichte“ künftig vom Verein weitergeführt und konzeptionell weiterentwickelt werden. Mit Unterstützung und Förderung des Vereins soll unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren, Initiativen und Gruppen – insbesondere auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern – die Möglichkeit geboten werden, Tagungen zu spezifischen historischen Themen zu initiieren und diese aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Dabei sollen gezielt auch lokale und regionale Kontexte einbezogen werden. Darüber hinaus besteht die Option, die Tagungsbeiträge in den Publikationsformaten des Vereins zu veröffentlichen.
Ergänzend plant der Verein, bewährte Formate wie gemeinsame Ausstellungsbesuche, Exkursionen und thematische Gesprächskreise wieder stärker in den Fokus zu rücken und auszubauen.
„Der Verein für Geschichte soll als Scharnier zwischen dem Historischen Institut und der Stadtgesellschaft sowie den Geschichtsinteressierten der Region wirken“, betont der neue Vorsitzende Jonas Leineweber, der am Historischen Institut die Landesstelle Immaterielles Kulturerbe NRW koordiniert. Ziel sei es, ein offenes Forum für Austausch, Vernetzung und Engagement zu schaffen, das Wissenschaft, Kultur und Öffentlichkeit enger miteinander verbindet.
Alle Mitglieder sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich aktiv mit eigenen Ideen und Impulsen in den Prozess der Neuausrichtung einzubringen. Der Vorstand kann per E-Mail an vorstand@vfg-paderborn.de kontaktiert werden.
Zudem gibt der Verein bekannt, dass die neue Ausgabe der Vereinszeitschrift Paderborner Historische Mitteilungen (PHM) erschienen ist. Neben einem persönlichen Streifzug durch die Geschichte des Historischen Instituts von Dr. Michael Wittig bietet das Heft vielfältige Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten von Studierenden und Mitarbeitenden und macht die thematische Breite historischer Forschung in Paderborn sichtbar: Daniel Kramps beleuchtet die Geschichte der Paderborner Stadtarchäologie und die Figur Bernhard Ortmann. Weitere Beiträge reichen vom Immateriellen Kulturerbe im Unterricht (Pauline Wichmann) über globale Perspektiven auf kulturelle Inszenierungen (Helena Essing) bis hin zu kunst- und kulturhistorischen Fragestellungen (Paul Duschner).