Buchvorstellung

"Der Röhrentruper Rezess von 1617. Religion und Politik in Lippe am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges" am 31. Januar

Der Verein für Geschichte an der Universität Paderborn lädt am 31.01.2018 um 18 Uhr zur Buchvorstellung von Johannes Stüer im Geschichtstreff, Raum N4.319, ein. An diesem Abend wird der Autor die wichtigsten Thesen seines Buches „Der Röhrentruper Rezess von 1617. Religion und Politik in Lippe am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges“ zusammenfassen und für eine Diskussion zur Verfügung stehen.

Der nunmehr 18. Band aus der Reihe Paderborner Beiträge zur Geschichte befasst sich mit einem der wichtigsten Vertragsdokumente vom Vorabend des Dreißigjährigen Krieges in Lippe. Im Jahr 1617 wurde mit dem Röhrentruper Rezess eine zehnjährige Auseinandersetzung zwischen Graf Simon VII. zur Lippe und der Stadt Lemgo beendet. Fortan bildete er die Grundlage für das Verhältnis der Hansestadt zu ihrem Landesherrn. Ursprünglich als Konfessionskonflikt zwischen dem Reformierten Grafen zur Lippe und der Lutherischen Stadt entstanden, hatte sich die Auseinandersetzung bald zu einem grundlegenden Verfassungsstreit ausgeweitet. Dies spiegelt sich ebenfalls in der Urkunde wieder.

Stüer widmet sich in seinen Untersuchungen erstmals nicht nur dem Inhalt der Urkunde, sondern sieht das Vertragswerk in seiner Gesamtheit von Text, Materialität und Komposition. Dadurch gelingt es ihm die Motive aller Beteiligten offen zu legen und die bisherigen Forschungen zur Landes- und Kirchengeschichte deutlich zu erweitern. So legt er erstmalig die Rolle des Paderborner Fürstbischofs Dietrich von Fürstenberg dar. Selbst als Rekatholisierer bekannt, vermittelte er in dieser Auseinandersetzung zwischen den rivalisierenden Parteien. Das Buch zeigt schließlich, wie am Vorabend des Krieges ein interkonfessioneller Friedensschluss gelang, dessen Wirkungen in Lemgo und Lippe bis heute zu spüren sind.

Bevor Johannes Stüer die Lipper und Lemgoer Ausführungen der Urkunde einer genauen Quellenanalyse und -interpretation unterzieht, widmet er die ersten Kapitel der Einordnung des ‚Röhrentruper Rezess’ ’ in den historischen Kontext und stellt anschließend die bisherigen Forschungsergebnisse und -thesen der Geschichtsschreibung dar.

Der Autor wurde 1984 im Münsterländer Oelde geboren. Nach einem dualen Studium  zum Dipl.-Verwaltungswirt (FH) und einer anschließenden Tätigkeit bei der Stadt Oelde, begann er 2010 ein Studium der Fächer Geschichte und Englisch für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen an den Universitäten Paderborn und Sheffield. Er schloss das Studium 2017 mit einem Referendariat in Detmold ab. Sein Interesse liegt vor allem im Bereich der Politik- und Gesellschaftsgeschichte der Neuzeit. Die vorliegende Publikation basiert auf der Staatsexamensarbeit „Religion und Politik im Röhrentruper Rezess 1617“, welche von Prof. Dr. Johannes Süßmann betreut und 2015 eingereicht wurde. Die Arbeit wurde im Januar 2017 von der Universitätsgesellschaft e.V. als Herausragende Abschlussarbeit in der Kategorie Geistes- und Gesellschaftswissenschaften einschließlich Wirtschaftswissenschaften prämiert.

Interessenten sind herzlich zu der Veranstaltung eingeladen. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Angaben zum Buch:

Johannes Stüer

Der Röhrentruper Rezess von 1617. Religion und Politik in Lippe am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges

Paderborner Beiträge zur Geschichte Band 18

Bielefeld: Verlag für Regionalgeschichte, 2017

141 Seiten, Ill., 24 cm x 17 cm

ISBN 978-3-7395-1138-2

(Pressemitteilung VfG, Doris Hartmann)