Preisträger

2015

Auch in diesem Jahr wurden erfreulicher Weise wieder Geschichtsfacharbeiten mit regionalgeschichtlichem Schwerpunkt von Schülerinnen und Schülern weiterführender Schulen eingereicht; fünf von ihnen konnten prämiert werden, d.h., dass die Preisträger neben einem Geldpreis auch eine einjährige Schnuppermitgliedschaft in unserem Verein bekommen. Die Preisträger seien hier kurz vorgestellt:

 

-Marco Osdiek vom Gymnasium Schloss Neuhaus hat als Schüler der EF (=Klasse 10), wo der Schwerpunkt auf Aneignung von Methoden der Geschichtswissenschaft liegt, das allseits bekannte Thema „Kreuzzüge“

mit der Person eines Paderborner Bischofs verbunden - zumindest mit einem, der in der Paderborner Bischofsliste (1223-1225) steht;

denn er zeigt, dass dieser sich eher einen Namen als „Technikfreak“, als Bastler der Eroberungsmaschine gemacht hat, mit der es den Kreuzfahrern gelang, in die muslimische Festung Damiette in Ägypten einzudringen; Oliver wurde damit zum wirklich ersten Kardinal des Paderborner Bistums.

 
Marco Osdiek

 

-Sophia Hense vom Gymnasium Carolinum in Marsberg hat sich mit der originelle Frage beschäftigt: „Stand der „Zentrumsturm“ in Marsberg?“

Analyse der Wahlergebnisse des Zentrums in der Weimarer Republik.“

Sie zieht entgegen der weitverbreiteten Meinung, dass Katholiken nicht so anfällig gewesen seien für die Nazis und diese entsprechend auch nicht gewählt hätten, das Fazit, dass dies weniger eine Frage der Konfession gewesen sei als auf die starke Bindung der Katholiken an ihren politischen Arm, eben das Zentrum, zurückzuführen sei; nach der Selbstauflösung des Zentrums sieht sie entsprechend auch keine großen Unterschiede mehr im Wahlverhalten.


Sophia Hense

 

Und das ist beiden in ausgezeichneter Weise gelungen.

 

-Maren Bartels vom Pelizaeus-Gymnasium hat gearbeitet über:

„Flucht und Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten um 1945-1947. Die Integration von Flüchtlingen anhand eines Zeitzeugeninterviews“ - mit durchaus zitierenswerten Aussagen einer Person, die damals selber als Flüchtling hierher kam und sich über das aktuelle Umgehen weiter Teile der Gesellschaft der BRD mit den aktuell hier als Flüchtlingen ankommenden Menschen wundert. Um Fragen stellen zu können, braucht es einen Hintergrund, den man sich angeeignet haben muss,

im Unterricht oder eben beim Lesen von Büchern. Vor allem aber braucht es Fingerspitzengefühl, Einfühlungsvermögen und möglichst offene Ohren, um das zu verstehen, was uns eine andere Generation erzählt.

 

Dies zeichnet auch die Arbeit von Marius Mühlenkamp vom gleichen Gymnasium aus; sein Thema lautet: „Zerstörung und Wiederaufbau Paderborns nach dem Zweiten Weltkrieg. Spurensuche mit Hilfe von Zeitzeugen.“ Wir begegnen in dieser Arbeit Menschen, die von ihrer Zeit und ihrem Umfeld geprägt sind. Dem Verfasser ist es gelungen, sich mit seinen ihm heute vermittelten Werten, vor allem aber den Informationen, die uns heute zur Verfügung stehen, vorsichtig an die Befragten heran zu tasten und sich bei der Bewertung zurück zu nehmen.

 

Die dritte an diesem Gymnasium zu prämierende Arbeit stammte von Philipp Dransfeld, der sich mit der „Reichsprogromnacht 1938 in Paderborn und Veränderungen von Leben und Wahrnehmung der Juden Paderborns infolge der Reichsprogromnacht“ beschäftigt hat. Auch hier zeigt sich, dass der Blick in die Regionalgeschichte uns ein runderes, ein plastischeres Bild liefern kann, als es Gesamtdarstellungen der deutschen Geschichte, zum Zweiten Weltkrieg oder der NS-Zeit in Deutschland tun können.

 
Marius Mühlenkamp, Maren Bartels und Philipp Dransfeld

 

 

Der Verein für Geschichte an der Universität Paderborn bemüht sich,

junge Menschen für die Auseinandersetzung mit der Geschichte zu interessieren – auch bereits vor dem Studium. Neben dem Preisgeld

und der kostenfreien Schnuppermitgliedschaft bekommen die Preisträger unsere Zeitschrift, die Paderborner Historischen Mitteilungen,

die in Zusammenarbeit mit Studierenden redigiert wird, bzw. deren Beiträge enthält, als Weiteres eventuelle Publikationen in den beiden Reihen „Beiträge zur Paderborner Geschichte“ und „Paderborner Historische Forschungen“. Als ein Medium, das vor allem von Jüngeren genutzt wird, weisen wir sie auch hin auf die Internetplattform „Westfälische Biografien“.

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2014

 

Zwei Schüler des Hüffertgymnasiums Warburg haben in diesem Jahr die Schülerpreise des Vereins für Geschichte gewonnen: Gina Stock (16) und Daniel Humburg (19).

Aus allen Bewerbungen haben die beiden Warburger Gymnasiasten den  2. und 3. Platz belegt. Ein erster Platz wurde in diesem Jahr nicht vergeben.

Beide haben sich in ihrer Facharbeit mit der Regionalgeschichte der Orte Germete und Körbecke auseinandergesetzt - Gina Stock mit der Geschichte der Juden ihres Heimatortes Körbecke nach Beginn der Nazi-Diktatur und Daniel Humburg mit den Auswirkungen des 1. Weltkrieges in Germete und den Reaktionen der Bevölkerung.

„Die beiden haben es geschafft, die geschichtlichen Ereignisse sowohl interessant als auch objektiv darzustellen, so dass sich ein Leser anhand der Quellen auch selbst ein Bild machen kann“, so Dr. Michael Wittig, Vorsitzender des Vereins für Geschichte.


 

 

2013

 

Auch in diesem Jahr wurden von Gymnasien aus den Kreisen Paderborn und Höxter wiederum Geschichts-Facharbeiten mit regionalem Themenschwerpunkt eingereicht. Ein Team mit fachlicher und pädagogisch-didaktischer Qualifikation hat diese gesichtet.

Als beste Arbeit und dem 1. Preis bewertet wurde die von Gregor Christiansmeyer vom Mauritius-Gymnasium, Büren, eingereichte Untersuchung über das „Kondominium über Lippstadt“. Christiansmeyer hat das sich wandelnde Nachbarschaftsverhältnis zwischen dem Haus Lippe, Kleve-Mark beziehungsweise Brandenburg-Preußen und den Einwohnern der Stadt vom 15. bis ins 19. Jahrhundert nachgezeichnet und diese schwierige Materie gut verständlich dargestellt.

Die Arbeit der auf Platz 2 Gesetzten reichte das Gymnasium St. Xaver, Bad Driburg ein. Viktoria Deermann hat sich mit der Geschichte des im Dritten Reich im Emsland errichteten Arbeitslager sowie den Auswirkungen auf die dortige Bevölkerung auseinandergesetzt.

Auch zwei weitere Facharbeiten kamen von der Driburger Schule: Aron Rieckmann hat sich mit den unterschiedlichen Krieger-/Gefallenendenkmälern in seiner Heimatstadt beschäftigt, die den Wandel von Heldenverehrung bis zur Trauerbewältigung mit christlichen Motiven zeigen. Ebenfalls der Heimatort stellte das Thema für Niklas Möller aus Altenbeken, der die Bedeutung der Eisenbahn für den Ort und seine Bewohner in Geschichte und Gegenwart darstellte.

Drei Arbeiten wurden auch vom Goerdeler-Gymnasium, Paderborn, eingereicht: die Oberstufenarbeiten von Katharina Wenderott, Marius Brettner und Sebastian Schlesong. Frau Wenderott hat sich mit der Bedeutung des Paderborner Hellwegs für die Entwicklung und den Handel der Stadt auseinandergesetzt. Herr Schlesong hat sich mit den Plänen der Nationalsozialisten zum Ausbau der Wewelsburg zu einem ideologischen Zentrum beschäftigt und nach deren zentraler oder marginaler Bedeutung im Dritten Reich gefragt. An diesem Ort hat sich auch Herr Brettner umgehört, der mit heutigen Bewohnern an der Stelle des einstigen KZ Niederhagen, sowie mit Regionalgeschichtlern über den Umgang mit dieser problematischen Vergangenheit sensible Gespräche geführt hat.



 

2012

 

2012 wurden zwei Arbeiten ausgezeichnet, die in großer Selbständigkeit entstanden sind: Sebastian Beug vom Gymnasium Brede in Brakel hat sich im Stadtarchiv Höxter auf Spurensuche nach politischen Aktivitäten in der Weserstadt im Zuge der Revolution von 1848/49 gemacht; was er dabei herausfand, hat er differenziert dargestellt. Sonja Werner vom Goerdeler Gymnasium Paderborn hat das politische Wirken Franz Löhers und seinen Einfluss auf die Paderborner Bürger zur Zeit der Märzrevolution 1848 nachgezeichnet.


 

2011

 

2011 gingen die Preise an Corinna Ikemeyer, Gymnasium Schloß Neuhaus, für ihre Arbeit zum Thema "Armutsbekämpfung und Pauperismus in Paderborn in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts". Frau Ikemeyer ging in ihrer Arbeit den verschiedenen Initiativen nach, mit denen Paderborner Bürger der wachsenden Armut in dieser Zeit begegnen wollten.
 Malte Gaidt, ebenfalls Gymnasium Schloß Neuhaus,wurde für seine Darstellung des politischen Charakters des Liborifestes in der NS-Zeit ausgezeichnet.
Und für ihre Spurensuche zum Wirken des Linksliberalen Franz Löher in der Revolution von 1848/49 bekam Johanna Deubel, wiederum Gymnasium Schloß Neuhaus, ebenfalls einen Preis.